Nebel ziehen durch diesen späten Herbstmorgen.
Ich sitze an meinem Lieblingsplatz am Fenster und genieße mein warmes Frühstück.
Wasser Tröpfchen funkeln wie Kristalle an den nackten Zweigen.
Ein entspanntes Seufzen der Dankbarkeit lässt mich lächeln.
Dankbarkeit dafür, dass ich in der Wärme sitzen darf.
Dankbarkeit dafür, dass ich mein Porridge genießen kann.
Dankbarkeit auch dafür, was Mutter Erde zu jeder Jahreszeit an Wundern und Schönheit hervorbringt.
Nicht zuletzt auch Dankbarkeit dafür, dass wir von der Natur gezeigt bekommen, wie auch noch im Vergehen Schönheit möglich ist.
Vielleicht denkst du jetzt: „Wie kann sie in Zeiten wie diesen so entspannt und zufrieden sein?
Ist das überhaupt möglich und wünschenswert?
Wo es doch so viele Menschen gibt, denen es nicht gut geht?
Wo unsere Mutter Erde leidet, die Vegetation sich verändert, Extremereignisse immer häufiger werden?
Alles massiv teurer wird, die Arbeitsplätze wegbrechen?
Sollte man da nicht eher sorgenvoll durchs Leben gehen?“
Bei meinen Gesprächen höre ich immer wieder, dass es vielen von uns in diesen unruhigen Zeiten schwerfällt, entspannt oder sogar fröhlich zu sein.
Ist Fröhlichkeit und Zufriedenheit sogar unanständig im Angesicht von Klimawandel, Krieg, Hunger und Unsicherheit von so vielen Menschen?
Ich behaupte sogar es ist unsere Pflicht, dankbar und glücklich zu sein für jeden Moment, den wir in diesem Land, in dieser Fülle, in Frieden leben dürfen!
Warum?
Ein paar Beispiele:
Wenn der Arzt derart mit seinem Patienten mitleidet, dass er selbst davon krank wird kann er sich nicht mehr um seine Patienten kümmern.
Wenn sich die Psychotherapeutin so in ihre Patientin hineinversetzt, dass sie nicht mehr fähig ist ihren Beruf auszuüben verlieren wir kostbare Ressourcen.
Wenn ein Klimaaktivist blind vor Wut und Verzweiflung die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Natur, die ihm so am Herzen liegt, nicht mehr sehen kann – wofür setzt er sich dann ein?
Wir leben in herausfordernden Zeiten, das ist keine Frage.
Menschen reagieren unterschiedlich auf Krisen. Die einen mit Angst und Stress, die anderen mit Scheuklappen und einer „ist eh schon alles egal“ Einstellung.
Was also tun?
Die Herausforderungen sind sehr komplex und erfordern klares, entspanntes Denken und Handeln, daher sollten so viele Aspekte wie möglich berücksichtigt, so viele Mitmenschen wie möglich ins Boot geholt werden.
Klar denken können wird erst möglich, wenn wir ohne Angst und Wut sind, Emotionen sind in solchen Situationen nicht hilfreich.
Angst und Wut sind schlechte Lehrmeister und erschweren unsere Kommunikation zumindest.
Entspanntes Handeln beinhaltet auch, dass wir mit uns selbst im Reinen sind. Unser inneres Klima ist für das, was und vor allem wie wir unsere Botschaften nach außen tragen wollen, essentiell.
Versuchen wir, die Welt aus der Sicht unseres Gegenübers zu sehen um zu erkennen was es benötigt um dessen Sichtweise zu verändern.
Dazu gehört wirklich zuzuhören und nicht schon in Gedanken bei Gegenargumenten zu sein während das Gegenüber noch spricht.
Bei sich selbst anfangen und nicht auf die herabzuschauen, die es unserer Meinung nach „falsch“ machen, ist demnach ein wichtiger Punkt.
Wenn wir bei uns selbst anfangen wollen ist es unabdingbar die eigenen Möglichkeiten nicht geringzuschätzen wie z.B. Veränderungen in unserem Konsumverhalten, unserer Art der Fortbewegung oder unseren Urlaubszielen.
Sehen wir doch den GEWINN, der sich aus einer Entschleunigung unseres Lebenswandels ergibt!
Z.B mehr Geld zu haben durch weniger Konsum.
Weniger Konsumation ermöglicht es auch mehr Zeit zu haben zum Entspannen und Regenerieren.
Sich wieder an Kleinigkeiten erfreuen zu können wie dem Wunder eines Sonnenaufganges oder dem nächsten genüsslich getrunkenen Morgenkaffee.
Bewusst all das zu schätzen was es schon in unserem Leben gibt und was wir vielleicht schon lange nicht beachtet haben.
Dieses im Hier und Jetzt sein kannst du mit ganz einfachen Übungen verstärken, ich unterstütze dich gerne dabei!
Zum Abschluss liegt mir noch etwas am Herzen:
Immer wieder höre ich wir müssen Opfer bringen um unsere Erde zu retten.
Auch das sehe ich ganz anders.
Unsere Mutter Erde wird weiter existieren, egal, wie wir mit ihren Ressourcen umgehen.
Aber WIR werden nicht weiter existieren können, wenn wir es nicht schaffen ein für uns und unsere Nachkommen lebenswertes Klima zu erhalten!
Es lohnt sich, gemeinsam und liebevoll für diese unsere wunderbare Erde einzustehen und dieses Weihnachtsfest wirklich zu einem Fest des Friedens, des Miteinander und der Freude werden zu lassen!

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